Haftung im Gesundheitswesen und Kausalität: Kommentar zur Verordnung Nr. 17171 von 2024

Das Urteil Nr. 17171 vom 21. Juni 2024 des Kassationsgerichts bietet eine wichtige Reflexion über das Thema der Haftung im Gesundheitswesen, insbesondere hinsichtlich des Kausalzusammenhangs und des Begriffs des unangemessenen Risikos. In diesem Artikel werden wir die wichtigsten Punkte dieser Verordnung analysieren, um ihre Inhalte und rechtlichen Implikationen verständlich zu machen.

Der Kontext des Urteils

Der Streitfall betrifft den Schadensersatzanspruch eines Patienten, D. (M. D.), gegen A. (C. P.). Der spezifische Fall konzentriert sich auf die verspätete Diagnose von zwei gutartigen Neoplasien, die, obwohl sie voneinander unabhängig sind, Fragen zur Verantwortung der beteiligten Gesundheitsdienstleister aufwerfen. Die Verordnung des Kassationsgerichts behandelt das Thema der Kausalität und verweist auf die Theorie des Zwecks der verletzten Norm.

KAUSALITÄT (KAUSALZUSAMMENHANG) Theorie des Zwecks der verletzten Norm - Voraussetzungen und Umfang - Fallkonstellation im Bereich der Haftung im Gesundheitswesen. Wenn das Unrecht durch die Verletzung von Regeln, die darauf abzielen, die Schaffung eines unangemessenen Risikos zu vermeiden, verwirklicht wird, erstreckt sich die Haftung nur auf die schädlichen Ereignisse, die die Verwirklichung des genannten Risikos darstellen. (Im vorliegenden Fall, der den Schadensersatzanspruch wegen der verspäteten Diagnose von zwei gutartigen Neoplasien betrifft, die völlig unabhängig voneinander sind, hat das Kassationsgericht das Urteil der Vorinstanz bestätigt, das ausgeschlossen hatte, dass das Auftreten der zweiten neoplasie kausal mit dem Handeln der Gesundheitsdienstleister verbunden sein könnte, da die verletzte Regel der Kunst ausschließlich darauf abzielte, die Verwirklichung des Risikos in Bezug auf das Auftreten der ersten Pathologie zu verhindern, da sie auf dem entsprechenden klinischen Bild basierte, das sich von dem unterscheidet, was instrumentelle Untersuchungen zur Identifizierung der anderen hätte erfordern müssen).

Analyse des Leitsatzes

Der vom Gericht formulierte Leitsatz macht deutlich, dass im Falle einer Verletzung der Normen, die darauf abzielen, unangemessene Risiken zu verhindern, die Haftung des Gesundheitsdienstleisters auf die schädlichen Ereignisse beschränkt ist, die das spezifische Risiko verwirklichen. Das bedeutet, dass, wenn die Verletzung der Regeln darauf abzielt, eine bestimmte Art von Schaden zu verhindern, die Haftung nicht automatisch auf nicht miteinander verbundene Ereignisse ausgeweitet werden kann.

Im vorliegenden Fall hat das Gericht bestätigt, dass das Auftreten der zweiten Neoplasie nicht kausal mit dem Handeln der Gesundheitsdienstleister verbunden war, da die Verletzung der Regel der Kunst ausschließlich die erste Pathologie betraf. Daher ist es entscheidend, dass die Haftung im Gesundheitswesen im Hinblick auf den spezifischen klinischen Kontext und die in den geltenden Vorschriften vorgesehenen Risiken bewertet wird.

Implikationen für die Haftung im Gesundheitswesen

Diese Verordnung hebt einige entscheidende Punkte für die rechtliche Praxis im Gesundheitswesen hervor:

  • Die Notwendigkeit einer gründlichen Analyse des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unrecht und dem vom Patienten erlittenen Schaden.
  • Die Anerkennung, dass die Haftung auf die Ereignisse beschränkt ist, die eine konkrete Manifestation des in der verletzten Norm vorgesehenen Risikos darstellen.
  • Die Bedeutung einer korrekten Anwendung der Regeln der forensischen Medizin und der bewährten klinischen Praktiken bei der Bestimmung der Verantwortung der Fachleute in diesem Bereich.

Fazit

Zusammenfassend stellt die Verordnung Nr. 17171 von 2024 eine wichtige Klarstellung im Bereich der Haftung im Gesundheitswesen dar und legt klare Grenzen in Bezug auf den Kausalzusammenhang und das Konzept des unangemessenen Risikos fest. Dies bietet eine wertvolle Orientierung für Fachleute im rechtlichen und gesundheitlichen Bereich und betont die Bedeutung einer präzisen und kontextualisierten Bewertung von Haftungssituationen. Das Wissen und das Verständnis dieser Prinzipien sind entscheidend, um einen angemessenen Schutz der Rechte der Patienten und eine korrekte Anwendung der Justiz zu gewährleisten.

Rechtsanwaltskanzlei Bianucci