Haftung des Arztes für unterlassene Diagnose einer Fehlbildung des Fötus: das Urteil Nr. 16967 von 2024

Das Thema der ärztlichen Haftung ist stets von großer Aktualität, und die kürzliche Verordnung Nr. 16967 des Kassationsgerichts vom 19. Juni 2024 bietet wichtige Klarstellungen hinsichtlich der Folgen der unterlassenen Diagnose einer Fehlbildung des Fötus. Insbesondere konzentriert sich das Urteil auf die Relevanz der Information und das Recht der Eltern, sich angemessen auf die Möglichkeit einer Geburt eines Kindes mit Fehlbildungen vorzubereiten.

Kontext des Urteils

Das Gericht hat sich in einem Fall geäußert, in dem der Arzt es versäumt hatte, eine Fehlbildung des Fötus zu diagnostizieren, was den Eltern erhebliche Schäden verursachte, da sie nicht die Möglichkeit hatten, sich psychologisch auf die Ankunft des Kindes vorzubereiten. Das Gericht stellte fest, dass nicht nur das Versäumnis, die Schwangerschaft abzubrechen, einen Schaden darstellt, sondern auch die Unfähigkeit, das Leben so zu organisieren, dass es mit den zukünftigen Pflegebedürfnissen des Kindes vereinbar ist, wie in der Maxime hervorgehoben:

Unterlassene Diagnose einer Fehlbildung des Fötus - Schäden durch Verletzung des Rechts auf Schwangerschaftsunterbrechung und des Rechts auf Information - Autonomie - Grundlage. Im Bereich der Haftung des Arztes für unterlassene Diagnose einer Fehlbildung des Fötus stellt der Schaden, der sich aus der Unmöglichkeit ergibt, sich psychologisch auf die Geburt vorzubereiten (z. B. durch rechtzeitige Organisation des Lebens, um mit den zukünftigen Pflegebedürfnissen des Kindes kompatibel zu sein oder durch Inanspruchnahme einer Psychotherapie), einen anderen Nachteil dar als der, der mit dem Versäumnis, die Schwangerschaft abzubrechen, verbunden ist, angesichts der autonomen Relevanz der Information, um das durch das genannte Ereignis verursachte Leiden zu vermeiden oder zu mindern, unabhängig von jeglichem Aspekt der Instrumentalität hinsichtlich der möglichen Abtreibungsentscheidung der Frau.

Bedeutung des Rechts auf Information

Das Urteil hebt die Wichtigkeit des Rechts auf Information für die Eltern hervor. Dieses Recht ist grundlegend, um nicht nur informierte Entscheidungen bezüglich der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs zu treffen, sondern auch, um den elterlichen Weg mit dem notwendigen Bewusstsein zu gehen. Eine rechtzeitige Information ermöglicht es den Eltern:

  • Psychologisch auf die Ankunft des Kindes vorbereitet zu sein.
  • Das Leben so zu organisieren, dass es den Pflegebedürfnissen des Kindes entspricht.
  • Zugang zu psychologischer Unterstützung zu erhalten, um eventuelle Schwierigkeiten zu bewältigen.

Die italienische Rechtsprechung sowie die europäischen Normen erkennen die Bedeutung an, das Recht auf Selbstbestimmung der Eltern sowohl in der Präventionsphase als auch während der Schwangerschaftsverwaltung zu gewährleisten.

Schlussfolgerungen

Das Urteil Nr. 16967 von 2024 stellt einen Fortschritt im Schutz der Rechte der Eltern und in der beruflichen Verantwortung der Ärzte dar. Es wird klargestellt, dass der Schaden, der aus der unterlassenen Diagnose einer Fehlbildung des Fötus resultiert, nicht auf das Versäumnis des Schwangerschaftsabbruchs beschränkt ist, sondern auch die Unfähigkeit umfasst, sich angemessen auf ein so bedeutendes Ereignis vorzubereiten. Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Gesundheitsfachkräfte sich dieser Verantwortung bewusst sind und eine klare und zeitnahe Information gewährleisten, um den Eltern weiteres Leid zu ersparen und eine bewusste Elternschaft zu fördern.

Rechtsanwaltskanzlei Bianucci