Europäische Schutzanordnung: Kommentar zum Urteil Nr. 49642 von 2023

Das Urteil Nr. 49642 vom 6. Dezember 2023, erlassen vom italienischen Kassationsgericht, bietet eine wichtige Auslegung bezüglich der europäischen Schutzanordnung, insbesondere in Fällen, die Minderjährige betreffen, die Opfer internationaler Entziehung von Kindern sind. Die Entscheidung basiert auf europäischen und nationalen Vorschriften und klärt entscheidende Aspekte zum Schutz von Opfern häuslicher Gewalt und verwandten Straftaten.

Der rechtliche Kontext des Urteils

Die europäische Schutzanordnung ist ein rechtliches Instrument, das eingeführt wurde, um die Sicherheit von Opfern von Gewalt zu gewährleisten, indem es ihnen ermöglicht wird, in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union Schutzmaßnahmen zu erhalten. Das Kassationsgericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass der Wille des Opfers, in einen anderen Staat zu ziehen, für die Anwendung solcher Maßnahmen nicht relevant ist.

Europäische Schutzanordnung – Relevanz der Freiwilligkeit des Transfers in einen anderen Staat durch das Opfer - Ausschluss - Konsequenzen - Minderjähriger Opfer der Straftat nach Art. 574-bis StGB - Anwendbarkeit - Vorhandensein. Im Hinblick auf die europäische Schutzanordnung, gemäß den Richtlinien 2012/29/EU und 2011/99/EU, ist der Wille des Transfers der zu schützenden Person in einen anderen Mitgliedstaat nicht relevant, sodass das Instrument auch dann anwendbar ist, wenn diese nicht "aus eigenem Antrieb" weggegangen ist, da sie minderjähriges Opfer der internationalen Entziehung von Kindern nach Art. 574-bis StGB ist.

Die Auswirkungen des Urteils auf Minderjährige

Das Urteil hebt den Schutz von Minderjährigen hervor und stellt klar, dass auch in Abwesenheit eines freiwilligen Transfers Schutzmaßnahmen anwendbar sein müssen. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung eines besseren Schutzes der Rechte von Minderjährigen dar, die oft in Situationen häuslicher Gewalt verwickelt sind. Die italienische Gesetzgebung, im Einklang mit den europäischen Richtlinien, hat das Ziel, sicherzustellen, dass die Opfer, unabhängig von ihrem Alter oder ihrer Situation, angemessene Schutzmaßnahmen erhalten können.

Fazit

Zusammenfassend stellt das Urteil Nr. 49642 von 2023 des Kassationsgerichts klar, dass im Kontext der europäischen Schutzanordnung der Wille des Opfers, umzuziehen, keinen Einfluss auf die Möglichkeit hat, rechtlichen Schutz zu erhalten. Dieser Aspekt ist besonders relevant für minderjährige Opfer internationaler Entziehungsdelikte. Die Entscheidung bietet eine klare Richtung für Juristen und soziale Dienste und unterstreicht die Bedeutung, sicherzustellen, dass jedes Opfer Zugang zu den notwendigen Maßnahmen für die eigene Sicherheit hat, unabhängig von den Umständen des Transfers.

Rechtsanwaltskanzlei Bianucci